Montag, 21. Mai 2007

Die Wachau, meine Eltern und das Parlament

Nun irgendwie kam ich nicht dazu, weiter über die Wachau zu berichten und es erscheint mir auch etwas albern nach einem Monat die ollen Kamellen nochmal aufzuwärmen. Als kurzer Abriss, was nach dem "Pichler" geschah: Der Herdentrieb führte uns in eine weitere Lokalität, deren Namen -pichel-sei-dank- mir entfallen ist. Es handelte sich um einer dieser Kellerschuppen, die es in jeder Kleinstadt gibt, wo seit 30 Jahren die gleiche Musik läuft und immer neue Generationen ausprobieren, wieviele geistige Getränke in einen Körper reingehen ohne zu kollabieren. Na ja. Nach ein bisschen Rumgesuche fanden wir auch ohne unsere Lehrer die JH wieder. Am nächsten Tag standen dann gemütliche Donauschiffsfahrt mit Mittagszwischenstopp in Spitz zum Mittagessen an. Erinnernswert war mir da die Frage eines Finnen, warum die am Nachbartisch (Familie in Trachten) so gekleidet seien. Was soll frau darauf antworten? Weiter ging es dann nach Melk zur Stiftsbesichtigung mit Führung...Barock...Barock...Barock...und am frühen Abend dann heim mit der ÖBB nach Wien. Zu Hause ist es doch am schönsten, dachte ich mir als ich wieder in meiner WG angekommen war ;-)

Ja und Anfang Mai waren dann meine Eltern hier, geflogen trotz Flugabneigung meiner Mutter, im Hotel übernachtet, trotz beiderseitiger Abneigung gegen fremde Betten. Und überhaupt hergekommen trotz Abneigung gegen bourgeoise Städte. Ich kann es immer noch nicht so richtig fassen, dass ich mir den Besuch meiner Eltern nicht nur eingebildet habe. Wien zeigte sich bei angenehmen Temperaturen und Sonne von seiner besten Seite, wobei das ja bekanntemaßen im Auge des Betrachters liegt. Wir haben Sightseeing von der angenehmen Sorte gemacht, d.h. mit der Freiheit mal einen Seitenblick zu wagen und nicht gradlinig die Punkte der Tagesordnung abgehakt, uns die Füße plattgelaufen und es genossen uns mal wieder zu sehen. Das hat gut getan, aber ich habe auch gemerkt, dass es ungewohnt war, mich wieder auf etwas-gemeinsam-tun einzustellen, wo ich doch die letzten Monate mich nur nach mir selbst gerichtet habe.

Am 9. Mai fand dann noch eine Parlamentsführung mit den Erasmus-Leutchen statt, wo uns Dr. Gertrude Brinek herself durch die heiligen Hallen führte, interessante Interpretationen der österreichischen Geschichte lieferte (Das Kaiserreich hatte ja quasi schon so einen europäischen Gedanken -äääh jaaaa) und sich im Anschluss den Fragen der Erasmusstudierenden stellte. Es kamen Fragen nach ihrer Meinung zur Absichtserklärung zur Durchführung von Erdgas-Geschäften zwischen der österreichische Mineralölverwaltung OMV und dem iranischen Regime, zur Präsidentschaft von Sarkozy, zur Rolle Österreichs in einer nach Osten gewachsenen EU uvm. Das war wirklich spannend und einige Themen haben wir dann später noch bei Palatschinken und Radler weiter diskutiert. Erasmus erweitert Horizonte :-)